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Auf der Theresienwiese laufen die letzten Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier. Von Sorana Jacob

Ein mal ein Meter – so groß ist der neue Bodenbelag, der auf die Theresienwiese knallt. Vier Schrauben des weißen Kunststoffblocks bohren sich langsam durch die Steinschichten des Kiesbodens. Von Gras ist weit und breit nichts zu sehen, die „Wiese“ dient der Stadt ausschließlich als Veranstaltungsfläche. Der nächste Block ist dran – wenden, treten, hämmern. Das Areal vor der Hauptbühne füllt sich mit den weißen Platten. An ihnen entlang werden die letzten Kabel zur Bühne verlegt, vorbei an den großen, länglichen Stahlkonstruktionen, an denen die Lautsprecher aufgehängt sind. Klick, die Kabel sitzen fest in ihrer Verankerung.

Noch wenige Stunden sind es bis zur Eröffnung des zweiten Ökumenischen Kirchentags (ÖKT). Dann soll es besinnlich, geistlich, göttlich auf der „Wiese“ werden. Erzbischof Jean-Claude Perisset, Erzbischof Reinhard Marx und die Landesbischöfe Johannes Friedrich und Friedrich Weber werden ihre Predigt halten, sollen so gleich zu Beginn den Dialog zwischen Protestanten und Katholiken anregen. Auf dem Areal an der Theresienwiese liegt das Fassungsvermögen dafür bei 200.000 Besuchern, so der Aufbauleiter Robert Willmann. Um das gesamte Gelände auf diese Menschenmasse auszurichten, seien 130 Arbeiter bereits seit einer Woche im Einsatz – darunter der so genannte Harte Kern, die „Hakas“.

“Wir sind hier praktisch das Mädchen für alles“, erzählt der „Haka“ Olaf Graf. Er sei ständig auf dem Gelände, beinahe rund um die Uhr, und betreue so ziemlich alle Arbeiten, die hier anfallen. „Heute habe ich mit den Haka-Kollegen 15 Tonnen Kies geschaufelt, das verbindet einfach.“ Und genau das ist der Grund, warum Graf schon das dritte Mal bei einem Kirchentag dabei ist. „Es ist die Gemeinschaft. Man muss es einmal erlebt haben, dann zieht es einen immer wieder hierhin“, erzählt der Hausmeister aus Hamburg. Er sticht mit seiner großen Schaufel in den Kieshaufen und schüttet ein Loch neben sich zu, in dem sich der Regen der letzten Tage gesammelt hat. Auf der Hauptbühne findet der Soundcheck statt. Aus den drei Meter hohen Lautsprechern links und rechts neben der Bühne tönt laute Klaviermusik. Die Eröffnungsband ‘Ami’ probt alle Instrumente durch: Schlagzeug, E-Gitarre, Blasinstrument und die Percussion. Neben ihnen steht ein Blumenstrauß in der Farbe des diesjährigen ÖKT, orange. Auch die große Leinwand neben der Bühne wird getestet, alle nur denkbaren Farben laufen durch.

Das gesamte Areal umfasst 100.000 Quadratmeter. An diesem Tag müssen noch 1.200 Stühle für die geladenen Gäste aufgestellt werden. Die letzten weißen Kunststoffblöcke knallen auf den Kiesboden vor der Bühne. Wenden, treten, hämmern – der letzte Block ist fest im Boden verankert. Weiter hinten wird ein kleiner Graben um das große weiße Kreuz gezogen. Es füllt den Platz in der Mitte der Theresienwiese aus, denn der Glaube ist es, der im Mittelpunkt des ÖKT stehen soll.



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