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Realpräsenz, Patriarch, Volx-Bibel – bei der Vielfalt der christlichen Konfessionen verliert man leicht den Überblick. Unser Ökumene-ABC klärt die wichtigsten Begriffe. Von Daniel Blatt, Jan Thomas Otte und Barbara Schmickler, Foto: gumtau

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Abendmahl: Das Abendmahl erinnert bzw. vergegenwärtigt das Sterben und die Auferstehung Jesu. Es geht zurück auf sein letztes Abendmahl mit den zwölf Jüngern. Das Abendmahl ist wesentlicher Bestandteil im Christentum. Trotz Ökumene-Bestrebungen sorgt seine Feier immer wieder für Konfliktstoff: In welcher Art und Weise wird Jesus Christus lebendig in Brot und Wein? In der orthodoxen und katholischen Kirche ist auch der Name ein anderer. Das letzte Mahl Jesu wird als Eucharistie bezeichnet, das griechische Wort für ein tiefes “Dankeschön”.

Allerheiligstes:

Tabernakel mit Allerheiligstem, Foto: Daniel Blatt

Das Allerheiligste war der Raum im jüdischen Tempel, wo nur besonders Geweihte Zutritt zur Bundeslade hatten. Eine ähnliche Funktion hat in der orthodoxen Kirche der Altarraum. In der katholischen Kirche meint das Allerheiligste den Leib Christi, Hostien, die durch den Priester geweiht wurden. Diese werden im Tabernakel am Hochaltar aufbewahrt. Brennt das ewige Licht, ist dies ein Zeichen, dass der Tabernakel gefüllt ist. Im evangelischen Bereich gibt es nur Altäre, Kreuz, Taufstein und Predigtkanzel.

Bibel: Sie wird auch als das „Buch der Bücher“ bezeichnet, denn die Bibel ist mit geschätzt 3 Milliarden verkauften Exemplaren ungeschlagen. Dieser Bestseller Nr. 1 ist für Christen die wesentliche Urkunde für das Wort Gottes, sein Wirken im Himmel und auf Erden. Es gibt feinere Unterschiede zwischen der Luther-Übersetzung (evangelisch) und der Einheitsübersetzung (katholisch). Es gibt aber auch viele andere, Hunderte Übersetzungen. Zum Beispiel besonders nah am Urtext in Hebräisch und Griechisch. Oder auch in besonders modernem Deutsch. Letztes Produkt im Raum der evangelischen Freikirchen: die Volx-Bibel.

Beichte:

Beichte, Foto: Barbara Schmickler

Katholiken beichten dem Priester ihre Sünden. Die Beichte gilt sowohl in der katholischen als auch in der orthodoxen Kirche als eines der sieben Sakramente. Sie steht für die Versöhnung und kann in verschiedenen Formen abgelegt werden, zum Beispiel in einem Seelsorgegespräch zwischen Gläubigen und dem Pfarrer. Martin Luther lehnte jede menschliche Leistung zur Sündenvergebung ab, dennoch sprach er sich für die Einzelbeichte aus. Und hat täglich mehrmals gebeichtet auf der Suche nach einem gnädigen Gott. Seine Kritik zielte auf die „Bußinstitution“ der katholischen Kirche.

Bistum: Ein Bistum, auch Diözese genannt, bezeichnet ein kirchliches Verwaltungsgebiet. In Deutschland hat die katholische Kirche 27 Bistümer. Diese werden weiter in Dekanate und schließlich in einzelne Pfarrgemeinden oder Pfarrbezirke unterteilt. In der evangelischen Kirche in Deutschland wird der Begriff der Diözese normalerweise nicht verwendet.

Bischof: Bezeichnet einen christlichen Würdenträger, der sowohl geistig als auch administrativ die Leitung einer Kirchenregion inne hat. Ein römisch-katholischer Priester ist immer männlich. Bei der evangelischen Kirche sieht das etwas anders aus: Hier wird der Bischof von der Synode, dem Kirchenparlament, für eine bestimmte Zeit gewählt. Besonders ist, dass auch Frauen das Amt des Bischofs bekleiden dürfen.

Christentum: Ist Oberbegriff für alle, die daran glauben, dass Jesus Christus der Sohn Gottest ist, der als Mensch auf die Erde kam, gekreuzigt wurde und nach drei Tagen auferstanden ist. Im 11. Jahrhundert kam es zur ersten Kirchenspaltung. Damals erkannte die Ostkirche den Papst nicht mehr als Oberhaupt der Kirche an, sondern nur noch als „Patriarch des Westens“. So entstand die orthodoxe Tradition. Die Spaltung der Westkirche erfolgte im 16. Jahrhundert mit Martin Luther und der Reformation.

Dekalog: Bezeichnet die zehn Gebote. Sie gelten sowohl im Christentum als auch im Judentum. Die zehn Vorschriften, die das Verhalten gegenüber Gott und den Mitmenschen regeln, finden sich zwei Mal im Alten Testament. Ursprünglich waren die zehn Gebote an die Israeliten gerichtet. Sie gelten als Grundlage der christlichen Ethik. Jesus hat diese in seiner Lehre verwendet, erweitert und auf den Punkt gebracht. In den Evangelien ist das “Doppelgebot der Liebe übermittelt”. Seine Aussage: Gott von ganzem Herzen lieben. Die Konsequenz: Seinen Mitmenschen ebenso lieben – sich selbst aber auch.

Erstkommunion: Die Erstkommunion bezeichnet die erstmalige Teilnahme an der katholischen Eucharistie-Feier, in der Regel im Grundschulalter. Nach einer Vorbereitungszeit empfangen die Kinder zum ersten Mal feierlich die heilige Kommunion. Voraussetzung für die Erstkommunion: die Taufe. Wer erst später zum Glauben findet, kann auch als Erwachsener die erste Heilige Kommunion empfangen. In der evangelischen Kirche gibt es keine Erstkommunion. Vergleichbar ist dort das Fest der Konfirmation, wo die Konfis zum ersten Mal das Abendmahl feiern.

Ewiges Licht:

Ewiges Licht, Foto: Daniel Blatt

Das Ewige Licht brennt im Altarraum einer katholischen Kirche und symbolisiert die ständige Gegenwart Gottes. Das rote Licht zeigt den Standort des Tabernakels an, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Der Brauch des Ewigen Lichts stammt aus der orthodoxen Kirche, in der das Licht auch heute noch aufgestellt wird.

Fastenzeit: Die Fastenzeit ist mehr als eine Diät. Die österliche Bußzeit beginnt am Aschermittwoch und gilt als Vorbereitung auf das Osterfest. Die Fastenzeit umfasst vierzig Tage, die Sonntage werden ausgelassen. Diese Zeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat, um sich auf sein öffentliches Wirken vorzubereiten. Auch in der orthodoxen Kirche wird gefastet, besonders in der Karwoche. In der evangelischen Kirche geht es eher um eine innere Frömmigkeit, die sich nicht zwangsläufig im Fasten durch Nahrungsverzicht ausdrückt. Dort sprechen wir von der Passionszeit.

Firmung: Kommt vom Lateinischen „confirmatio“ und bedeutet Bestätigung oder Bekräftigung. In der römisch-katholischen, altkatholischen und orthodoxen Kirche zählt die Firmung zu den sieben Sakramenten. Die Firmung wird als Gabe des Heiligen Geistes an den Gläubigen verstanden. Die evangelische Kirche kennt die Firmung nicht, hier gibt es die Konfirmation.

Freikirche: Unter dem Begriff Freikirche verstehen wir ursprünglich eine christliche Kirche, die sich von der Volkskirche entfernt hat. „Frei“ kann unterschiedlich gedeutet werden. Viele Freikirchen in Deutschland haben Organisationsstrukturen entwickelt und arbeiten mit den „großen Kirchen“, besonders in Bezug auf die Ökumene, zusammen.

Gesangbuch:

Katholisches Gotteslob, Foto: Barbara Schmickler

In allen Kirchen wird viel gesungen. Nur die Bücher haben andere Namen. Katholiken singen aus dem “Gotteslob”, Protestanten aus dem “Evangelischen Gesangbuch”, manche Freikirchen auch aus “Feiert Jesus”, modernem Sacro-Pop aus den USA. Manche Lieder finden sich auch in beiden Büchern.

Heilige:

In der katholischen Kirche werden die Heiligen und Maria, die Mutter Jesu, besonders verehrt. Sie sollen auch für die Gläubigen vor Gott bitten. In seiner Zeit als Papst hat der 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. fast 500 Christen heilig gesprochen. In der evangelischen Kirche werden Heiligenverehrung und Marienkult abgelehnt.

Ikonen: Wertvolle Heiligenbilder finden sich vor allem bei der orthodoxen Kirche. Der Zweck von Ikonen ist, Ehrfurcht zu wecken. Ähnlich wie ein Lobpreis-Lied soll so eine Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten geschaffen werden, auch eine Beziehung zwischen dem Betrachter und Gott entstehen. Vor allem in Klöstern der Wüste enstanden die schönsten Exponate.

Jesus: Chef und Zentrum aller Konfessionen. Alle christlichen Konfessionen glauben daran, dass Jesus Christus Gottes eingeborener Sohn ist, der für die Sünden der Welt gekreuzigt wurde und nach drei Tagen auferstand.

Marienstatue, Foto: Daniel Blatt

Konfession: Vom lateinischen Confessio (Bekenntnis). Als Konfession bezeichnet man eine „Untergruppe“ einer Religion, die über eigene Glaubensvorstellungen verfügt und sich darin von anderen Untergruppen unterscheidet. Im Christentum unterscheidet man u.a. die römisch-katholische, evangelisch-lutherische, orthodoxe, altkatholische und die anglikanische Konfession. Hinzu kommen etwa 400 evangelische Freikirchen – weltweit.

Liturgie: Es sind Rituale zur Verehrung Gottes, vor allem im Gottesdienst. Dieser unterscheidet sich in den verschiedenen Konfessionen im Aufbau als auch im Stellenwert einzelner Elemente. In der katholischen Kirche steht die Feier der Eucharistie im Mittelpunkt des Gottesdienstes, in den protestantischen Kirchen liegt der Schwerpunkt auf Schriftlesung und Predigt. Das Abendmahl wird in den evangelischen Kirchen nicht in jedem Gottesdienst gefeiert. In allen Konfessionen spricht man während des Gottesdienstes das Glaubensbekenntnis (einziger Unterschied beim Attribut der Kirche: katholisch oder allgemein, meint im Griechischen aber dasselbe) und das „Vater Unser“. Die Bezeichnung Liturgie kommt aus der altgriechischen Übersetzung der Bibel (Septaguinta). Dort werden sowohl der jüdische Tempeldienst als auch heidnische Kulte als „leitourgia“ bezeichnet.

Landeskirche: Darunter versteht man den Zusammenschluss von protestantischen Gemeinden, die sich meist an den politischen Grenzen der Reformation, also zur Mitte des 16. Jahrhunderts orientieren, Provinzen im Deutschen Kaiserreich. Das Oberhaupt der Landeskirche wird, je nach Region, als Bischof, Landesbischof, Kirchenpräsident, Präses oder Landessuperintendent bezeichnet. Als weitere Insitution gibt es in jeder Landeskirche ein Parlament (Synode) sowie eine Verwaltungsbehörde (Landeskirchenrat, Oberkirchenrat, Landeskirchenamt oder Konsistorium). Im Grunde sind evangelische Kirchen basisdemokratisch organisiert. Die katholische Kirche dagegen “monarchisch”.

Luther, Martin: 1483-1546, Reformator. Ursprünglich katholischer Mönch, prangerte er nach einem Rom-Besuch den Sittenverfall in der katholischen Kirche an. Besonders kritisierte er den Ablasshandel, mit dem die Gläubigen sich gegen einen Geldbetrag von ihren Sünden freikaufen konnten. 1517 veröffentlichte er seine 95 Thesen, mit denen er die Kirche reformieren wollte (die Neugründung einer eigenen Konfession war nicht sein Ziel). Papst Leo X. exkommunizierte ihn 1521. Im Reichstag zu Worms verteidigte er vor deutschen Fürsten seine theologischen Positionen. Danach galt Luther als „vogelfrei“, er versteckte sich in den folgenden Jahren in der Eisenacher Wartburg. Dort arbeitete er an seiner Bibelübersetzung, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der modernen hochdeutschen Sprache hatte.

Monstranz: Ein oft prunkvoll verziertes liturgisches Gerät, in dem das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt wird und das nur in der katholischen Kirche existiert. An Fronleichnam trägt die Gemeinde die Monstranz bei einer Prozession feierlich vor sich her.

Nonnen: Mönche und Nonnen kennt man vor allem in der katholischen und orthodoxen Kirche. Im evangelischen Bereich gibt es zwar keine richtigen Klöster, aber “Kommunitäten” mit Brüdern und Schwestern im vergleichbaren Lebensstil: Tageszeitengebet, Gütergemeinschaft und Seelsorge. Der Zölibat wird nicht als verpflichtend angesehen, kommt aber häufig vor.

Ordination: Ist die Weihe zu einem geistlichen Amt, etwa des Pfarrers. In der orthodoxen, römisch-katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche gibt es die Weihe zum Diakon, zum Priester oder zum Bischof. In diesen Konfessionen stellt die Ordination die Aufnahme in einen besonderen Priesterstand da. Die Weihe findet in einem feierlichen Gottesdienst statt und wird in der Regel von einem (oder mehreren) Bischöfen vollzogen. In den evangelischen Kirchen gibt es keine Standestrennung zwischen Priestern und Laien, aber das “Priestertum aller Gläubigen”. Für Protestanten stellt die Ordination eine Form der Segnung dar, Zeichen für den Auftrag der Wortverkündigung und Sakramentverwaltung. In der Regel schließt sich ein Beschäftigungsverhältnis auf Lebenszeit an.

Passionszeit: Bezeichnet in der evangelischen Kirche die Vorbereitungszeit auf Ostern. In der katholischen Kirche wird sie Fastenzeit genannt.

Patriarch: In der orthodoxen Kirche das Oberhaupt mehrer Bistümer, die zu einem Patriarchat zusammengeschlossen sind. Insgesamt gibt es neun anerkannte Patriarchate in der Ostkirche, deren Tradition teilweise auf die frühesten Anfänge des Christentums zurückgeht. Auch in manchen Westkirchen gibt es den Titel des Patriarchen (so wurde der Papst bis 2006 auch „Patriarch des Abendlandes“ genannt), jedoch ist der Begriff in diesen Konfessionen nicht sehr geläufig.

Papst: Bischof von Rom und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Er gilt als Nachfolger des Apostels Petrus und steht über den anderen Bischöfen (diese müssen bei ihrer Weihe dem Papst Gehorsam versprechen). Die anderen Konfessionen erkennen den Anspruch des Papstes als Führer des Christentums nicht an. Sie kritisieren außerdem die Möglichkeit, dass der Papst seit dem Ersten Vatikanischen Konzil Dogmen mit dem Anspruch der Unfehlbarkeit verkünden kann (“ex cathedra”). Aufgrund der Ablehnung des Ersten Vatikanischen Konzils spalteten sich die Altkatholiken von der römisch-katholischen Kirche ab.

Realpräsenz: Unter Realpräsenz versteht man die tatsächliche Anwesenheit von Leib und Blut Christi während des Abendmahls (der Eucharistie). Die refomierten Kirchen lehnen diese Idee ab, für sie hat das Abendmahl lediglich einen symbolischen Charakter. Lutheraner und Katholiken bejahen die Realpräsenz. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied im Detail: Luther glaubte, dass Brot und Wein ihre Substanz (also ihren Brot- und Weincharakter) behalten und die Person Jesu Christi im Abendmahl dazutritt (sog. Konsubstanzionslehre). Nach den Vorstellungen der katholischen Kirche verlieren Brot und Wein ihre ursprüngliche Substanz (also ihren Brot- und Weincharakter) und werden durch Leib und Blut Christi ersetzt. Der Streit um die Realpräsenz und deren genaue Ausformung gilt als Haupthindernis für ein gemeinsames ökumenisches Abendmahl.

Reliquien: Die sterblichen Überreste oder Kleidungsstücke von Seligen bzw. Heiligen. Sie werden in der katholischen und orthodoxen Kirche besonders verehrt, indem die Gläubigen vor ihnen beten oder sie in einer Prozession vor sich hertragen. Da die evangelischen Kirchen keine Heiligen kennen, lehnen sie auch die Verehrung von Reliquien ab. Es ist Wasser, über das vom Priester ein Segensgebet gesprochen wurde. Vor der Liturgiereform wurde dem Wasser Salz und Chrisam hinzugefügt, heute kann ihm Salz hinzugefügt werden.

Sakramente: Sie verkörpern die Gnade Gottes, sagen Theologen beider großen Kirchen. Die Geschichte von Jesus soll für seine Gläubigen greifbar sein, sagen ihre Pfarrer. Katholiken kennen sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe und Eucharistie. Protestanten dagegen nur Taufe und Abendmahl.

Taufe: Wasser und Segensworte sind es nicht allein. Beide großen Kirchen sehen die Taufe als notwendiges Ritual, um das Heil zu ewigem Leben zu bekommen. Dies geschieht nicht aufgrund des Wirkens der Hände des Pfarrers oder Priesters. Die Taufe ist das wichtigste und zugleich unbestrittenste Sakrament. Der Vorgang: Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes dreimal über den Kopf gießen. Dazu kommt das Bekenntnis des Glaubens durch den Taufkandidaten. Die Jesus Freaks, eine Freikirche, zelebrieren die Taufe auch in Badeseen, Flüssen oder Swimmingpools.

Union: Unierte Kirchen haben sich zusammengeschlossen. Meistens handelt es sich dabei um evangelisch-lutherische und evangelisch-reformierte Kirchen.

Vikar: Lateinisch heißt das “Amtsvertreter”. In der evangelischen Kirche wird so ein noch nicht ordinierter Pfarrer bezeichnet. Vikariat ist die praktische Ausbildungsphase, die sich an das Studium der Theologie anschließt. In der katholischen Kirche ist der Vikar bereits Stellvertreter eines Bischofs.

Weihwasser:

Weihwasserbecken, Foto: Daniel Blatt

In der katholischen und orthodoxen Kirche dient es zur Tauferinnerung, hat aber seine Ursprünge im Brauchtum der Antike. Das Ziel: die Befreiung lebender und toter Dinge von bösen Mächten.

Zölibat: “coelebs” ist das lateinische Wort für “unverheiratet”. Der Apostel Paulus schreibt, dass “wer es kann, es fasse”. Deswegen ist die Verpflichtung dazu weniger biblisch als kirchlich begründet. Seit dem 12. Jahrhundert ist es für katholische Priester und Mönche per Papstbeschluss verbindlich (in der Orthodoxie nur für Bischöfe). In den Kirchen der Reformation ist sie aufgehoben worden.



  1. Dominic on Mittwoch 12, 2010

    Hallo liebe Redaktion von kirchentags.de,

    beim Lesen des „Ökumene ABC“ fiel mir folgende Stelle unter dem Schlagwort „Heilige“ negativ auf:

    „In der katholischen Kirche werden die Heiligen und Maria, die Mutter Jesu, besonders verehrt. Sie sollen auch für die Gläubigen vor Gott bitten. In der evangelischen Kirche werden Heiligenverehrung und Marienkult abgelehnt. Hier gebürt [sic] Gott allein die Ehre, Jesus allein ist Heilsvermittler der Gläubigen.“

    Das scheint mir falsch dargestellt. Denn hier wird der Anschein vermittelt, im katholischen Glauben wären die Heiligen und die Gottesmutter Maria neben Jesus Christus Heilsvermittler. Ebenso wird suggeriert, dass nur in der evangelischen Kirche Gott allein verherrlicht werde und in der katholischen eben auch die Heiligen angebetet. Theologisch sind diese Aussagen nicht haltbar. Hierzu zitiere ich aus dem Katholischen Erwachsenen-Katechismus Band I, zweiter Teil, Seite 172:

    „Evangelische Christen können Maria (und die Heiligen allgemein) durchaus als Vorbilder im Glauben verehren; sie lehnen es aber ab, sie um ihre Fürsprache und Hilfe anzurufen (vgl. CA 21). Nach katholischem Verständnis ist eine solche Anrufung grundsätzlich zu unterscheiden von der Anbetung, die einzig und allein Gott gebührt und niemals einem Geschöpf, also auch nicht Maria (vgl. LG 66). Die Anrufung bedeutet auch nicht, daß die Wahrheit von Jesus Christus als dem einzigen Mittler des Heils (vgl. 1 Tim 2,5-6) geleugnet oder auch nur verdunkelt werden soll. Schon der hl. Ambrosius sagte, die Fürbitte Marias nehme der Würde und Wirksamkeit des einen Mittlers nichts weg und füge ihr nichts hinzu. Die Fürbitte Marias hängt nämlich ganz von der Erlösungstat Jesu Christi ab und schöpft aus ihrer Wirkkraft (vgl. LG 61-62). Sie ergibt sich letztlich daraus, daß alle Glieder am Leibe Christi einander solidarisch sind.“

    Vielleicht könnte man das berücksichtigen.

    Herzliche Grüße,
    Dominic

  2. Daniel Blatt on Mittwoch 12, 2010

    Vielen Dank für den Hinweis! Wir haben den genannten Artikel verbessert.

  3. Jan Thomas Otte on Mittwoch 12, 2010

    Hallo Dominic,

    vielen Dank für deine Mail. Kann die Quellen, die du zitierst nur bestätigen. Unser ABC bedient eben weniger eine theologische Enzyklopädie als vielmehr Interesse und Information für die grundlegenden Gemeinsamkeiten/Unterschiede. Ich selbst bin evangelischer Theologiestudent, die beiden Kollegen katholische Kirchgänger. Aber für mich ist vor allem wichtig, dass ich Christ bin. Unabhängig von der Konfession.

    Segensgrüße aus der Redaktion,

    Thomas